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Hinweise durch Headturns im Speziellen

Betrachtet man nun den Hundekopf und die von dem Hund gezeigten Körperbewegungen während des Arbeitens, bekommt man recht viele Informationen, zusätzlich zu den negativen Abgrenzungen der beschriebenen Cutbacks sowie Kreisfiguren.

Es ist der Schlüssel zum Erfolg, um Rückschlüsse auf die unterschiedlichsten Teilbereiche des Erkennen und Verstehens hundlichen Verhaltensweisen bei der Ausarbeitung eines Trailverlaufs zu erhalten.  Es funktioniert auch in jedem anderen Bereich der speziellen Hundeausbildung. Da wären zum Beispiel für den Bereich des Trailens zu nennen:

1) das Prescenting; der NSI im speziellen wird nicht durch ein antrainiertes Verhalten aufgezeigt, der Hund zeigt nach dem ersten Präsentieren des SA vermehrt Headturns und „entspannt“ sich gänzlich bei dem zweiten präsentieren, wenn der zu suchende Scent nicht im Startbereich wahr zunehmen ist, sodass er an lockerer Leine nach dem Startritual einen Anfangskreis dreht.

2) das Unterscheidung eines „guten“ oder „schlechten“ Scentartikels. Hier kommt es zum Ablaufen von Bereichen mit vielen Headturns und tiefer Kopfhaltung. Wird es weitläufiger, da der Hf die Situation nicht erkennt, geht der Hund mit hohem Kopf auf die Suche nach Scent. Es zeichnen sich Figuren ab, häufig erreicht man wieder den eigentlichen Startpunkt.

3) jedwede Veränderung der Fokussierung, durch Bebauung, durch Wetterbesonderheiten, durch Windverhältnisse, durch Thermik wird durch Headturns begleitet. Je nach Kopfhaltung wird es deutlich eingegrenzt. Das „Ausarbeiten“ wird schwierig, da der Hund im engeren Bereich kleben bleibt.

4) auch zeigt sich durch beginnende Headturns im Verlauf des Trail ein Zielgebiet.

5) kommt man ins Zielgebiet der zu suchenden Person, werden dort befindliche Personen durch Headturn gecheckt. Je nach Aufenthaltdauer ergeben sich dort auch keine zielgerichteten IDs, vielmehr werden durch die Headturns Bereiche aufgezeigt, die für den Hund interessant sind.

6) Scentpools sowie Anlagerungen von Scent an Bebauungen, Gebäuden, Heckenbereichen, Walddickungen zeigen sich durch die Kopfbewegungen gefolgt von Cutbacks

Beispiele wären noch viele zu nennen, doch ist die Umsetzung durch den Hf das größte Problem. Den Hund auf seinen Job zu bringen ist recht einfach, ihn auch dann zu verstehen, wenn man es nicht weis ein großer Schritt. Man kann für sich eine „Technik“ erlernen, auch kann diese „Technik“ nach geraumer Zeit des Trainings angewendet werden, doch reagiert jeder Hund darauf anders, da der Hf durch Interpretationen und seiner eigenen Körpersprache einen großen Einfluss auf das Arbeitsverhalten des Hundes nimmt. Etwas rekonstruieren zu können ist gerade im Bereich des Trailens ein entscheidender Grund ein wertvolles Ermittlerteam zu werden.

Den über Jahre gepflegten Kontrollzwang aufgeben und sich dem Hund angleichen, mit ihm arbeiten und intuitiv mit dem entsprechenden Bauchgefühl besonders bei unbekannten Trainingseinheiten auf sein Verhalten handeln zu können und ihn nicht zu behindern, erfordert ein hohes Maß an Verständnis und ein gut durchdachtes Trainingssystem.

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