Cutback und Flowing Negativs

Der Cutback ist ein deutlicher Abbruch der vorwärtsgerichteten Bewegung und erfolgt immer dann, wenn sich der Hund von dem  Trailverlauf entfernt. Es wird davon ausgegangen, dass sich im Verlauf einer Spur Geruchszonen bilden, die dem Hund als Leitbereiche in der Ausarbeitung behilflich sind. So ist die Ausarbeitung eines Spurverlaufs nie gradlinig und an der Schnur gezogen. Es kommt zu Abweichungen, die der Hund aufgrund seiner Wahrnehmung geruchlich verfolgt. Endet diese Geruchszone erfolgt  der deutliche Abbruch.

http://youtu.be/Ht1voUXDtig

In der ersten Videosequenz sind die „deutlichen“ Richtungsausschlüsse, Cutbacks, zu sehen. Je höher der Hund in diesem Moment motiviert ist, umso intensiver werden die  Verhaltensweisen gezeigt..

Im gleichen Atemzug muss man auch die auf dem Trailverlauf gezeigten schlängelnden Vorwärtsbewegungen nennen. Auch diese sind in den Videosequenzen zu sehen. Gerade Richtung des Trailverlaufs folgt der Hund recht deutlich mit dieser Aneinanderreihung von Cutback dem Verlauf der Spur und grenzt diesen ab.

Es sind wie die Cutback wichtige Indikatoren für das Negativieren von Spurverläufen. Die gezeigten schlängelnden Bewegungen sind eindeutige Hinweise dafür, dass der Hund auf dem Trail ist und dieser durch die Bewegung des Hundes nach links und recht abgegrenzt wird.  Für die eigene Mindmap wird das Bild des Trailverlauf immer strukturierter und man kommt seinem Endziel näher.

Beide Verhaltensweisen zeigen die Hunde in unterschiedlicher Intensität. Für den HF, der einen Spurverlauf nicht kennt, zeigen sie, dass der Hund seinen Job macht.

 

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Verhaltensweisen: Kreisen

Natürliche Verhaltensweisen zeigen dem HF am Ende der Leine auf, wie der Hund was wahrnimmt. Zu Beginn den sogenannten Trailkreis.

Der Hund arbeitet  auf der Geraden deutlich den zu suchenden Scent und beschreibt anschließend einen Kreis. Vorweg hebt sich der Kopf und es zeigen sich Headturns.
Es wurde der Trail verloren oder die Richtung des Trails, diese Bedeutungen kann man dem gezeigten Verhalten zuschreiben.

Gerade im Bereich der Bebauung zeigen sich solche Kreise recht häufig. Auch können es mehrere Kreise hintereinander sein und sie müssen nicht form vollendet  rund sein.

Hier mal ein Labrador mit 15 Wochen:

http://youtu.be/QvMYmnWCjJs

Deutlich zu erkennen, wenn der Hund ein Problem bearbeiten muss um an dem Scent wieder anknüpfen zu können.

Jetzt das ganze im urbanen Bereich mit einem älteren Hund.

http://youtu.be/TJObJhiHU_k

In dem Video ist zu Beginn das „Wedeln“ über die Spur zu erkennen. Im weiteren Verlauf die kurzen Kontrollen der Richtung mit tiefem Kopf und stark verlangsamten Tempo. Deutliche Abgrenzungen und Negativierungen des Trailverlaufs mittels der Trailkreise.

Das Negativieren eines Spurverlaufs.

Die zu suchende Person bewegt sich über einen Weg. Wie sich sein Geruch über den gelaufenen Weg verteilt, ist uns Menschen ein Rätsel. Für den Hund recht einfach, wenn wir als Mensch unseren Kontrollzwang abgeben und beginnen Verhaltensweisen des Hundes zu verstehen. Ausbildungstechnisch müssen wir dem Hund das Verfolgen menschlichen Geruchs nahe bringen. Das heißt seine Vorlieben und Eigeninteressen müssen hinten anstehen, damit er sich auf seine Aufgabe, Finden der vermissten Person, einlassen kann.

Aus dem letzten Video sind die negativen Hinweise des Hundes deutlich zu erkennen. Das Ausschließen von Richtungen sind für den HF wichtige Informationen. Zum einen zeigen sie auf, dass der Hund seine Arbeit macht und auf dem Trail ist. Er ist fokussiert und geht nicht seinen Interessen nach. Die deutlichen Kreise und Abbrüche zeigen auf, dass dort für den Hund kein Scent ist.

Mit diesen Hinweisen kann der HF seine Mind-Map besser für sich selbst veranschaulichen und unabhängig der Örtlichkeiten einen unbekannten Trailverlauf rekonstruieren.

Verhaltensweisen

Anhand des Clips sind einige Verhaltensweisen des Hundes zu erkennen. Im Verlauf des Trails zeigt der Hund deutlich in welche Richtungen es nicht geht. Für die Mind-Map wichtige Informationen um auf den Trailverlauf schließen zu können. Deutlich ist auch zu erkennen, dass der Hund seinen Auftrag nicht verliert und dies deutlich durch sein Verhalten aufzeigt.

http://youtu.be/ne2SFVgoGpA

Schaut man sich in aller Ruhe die Sequenz an, dann sieht man vom Startpunkt weg, wie der Hund sich über den Scent arbeitet. An der Abzweigung rechtsseitig hebt er erst deutlich den Kopf um dann in entgegen gesetzter Richtung den Trail wieder aufzunehmen. Im Bereich des Parkplatz an den Blumenkübel hat er den Scent sicher und zeigt das durch einen deutlichen Zug auf der Leine an.

Nicht immer ist der Laufweg gleich mit der Ausarbeitung des Hundes. Vielmehr wissen wir nicht, wie und wo sich der Scent auf dem Laufweg des Runners verteilt und wie die Umwelteinflüsse, hier Wind, Bebauung, etc. diese unsichtbare Spur verändern.

Leinenhandling

Das Leinenhandling ist ein wichtiger Punkt. Es kann dem Hund helfen und auch stark beeinflussen. Motivation kann genutzt werden oder durch langes Verzögern des Startens schließt sich das schon eher kleine Zeitfenster.

Gerade im Beginn ist ein souveränes Handling wichtig, da es den Hund in seinem Handeln und Wollen hilft. Auch unterteilt sich die Arbeit des Hundes in unterschiedliche Phasen.

1) Abgleichphase

Die Verhaltensweisen in der Phase ergeben sich aus dem Bereich des Prescenting.

2) Entscheidungsphase

Der Scent wird aufgenommen und der Hund startet

3) Arbeitsphase

Dem Scent folgen

Durch die Handlungsweisen und das Handling am Ende der Leine kann man nun gerade in den recht sensiblen Phasen den Hund massgeblich beeinflussen. Gerade in den Unsicherheitssituationen ist eine schnelle Körperbewegung des HF fehl am Platz, da der Hund diese dankbar mit einem „los hetzen“ aufnimmt.

Startsequenzen

Ein Hund, der nicht selbstständig nach dem Anriechen den Geruch aufnehmen kann, hat einige grundlegende Dinge nicht verstanden. Auf den Bereich des Starts muss aus dem Grund ein besonderes Augenmerk gesetzt werden.

Start Inspektor Clouseau

In dem Beispiel nutzen wir ganz bewusst die Strukturen einer Wand um dem Hund in seinem Handeln begrenzen zu können. Der Geruchsartikel selbst wird sehr groß gewählt und nahe der Wand abgelegt. Wie man gut sehen kann, beschäftigt sich Inspektor recht lange mit dem Geruchsartikel. Startet auch in die richtige Richtung.

Aufgrund der vorherrschenden Windverhältnisse zeigt er Unsicherheiten, die durch den HF erstmal nicht unterstützt werden. Er prüft auch die andere Seite und grenzt den Bereich mit einer Kreisbewegung ab. Der HF lässt sich führen und der Hund startet.

In den meisten Fällen sind Starts recht langwierig. Der Hund findet nicht sofort in die Spur und testet die Umgebung. Je mehr man den Hund auf die Spur fokussieren kann, umso deutlicher zeigt er in späteren unmotivierten Trainingsbereichen den Verlauf an. Da sind zu einem einfachen Trainingsaufbau, Fein- und Bauchgefühl gefragt.

Startrituale und die Verhaltensweisen

Es sind die kleinen Zeichen und Details, die über einen Erfolg entscheiden können. Rückblickend wird schon das Kopf heben in bestimmten Situationen einen wichtigen Hinweis erbringen, dem der HF einiges entnehmen kann.

Das Startritual ist eine komplexe Handlungsweise, die in ihrer Gänze eine wichtige Aufgabe übernimmt. Den Hund auf etwas zu trainieren, dass er verfolgen, suchen, anzeigen soll, ist nicht schwierig. Die Tücke liegt später in den Details, die es gilt zu erkennen und auswerten zu können.

In vielen Bereichen nutzen wir einen bekannten Punkt um den Hund auf seine Aufgabe, hier Verfolgen einer Individualspur zu „konzentrieren“.  Da auch einiges an Vorbereitung, wie Anlegen eines Geschirrs, Präsentieren des Geruchsartikels und dem Auffinden der Geruchsspur, notwendig ist, sollte der Hund an dem eigentlichen Startpunkt recht schnell Ruhe finden.

Es ist von Vorteil ihn zu konzentrieren, wenn er zum ersten Mal mit dem zu suchenden Geruch in Kontakt kommt. Aufgrund der Trainingsstrukturen beginnt er nach dem Anriechen in seinen Möglichkeiten den zu suchenden Geruch wahrzunehmen. Interessant sind hier die gezeigten Bewegungen des Kopfes und ein anschliessendes Fixieren der Richtung. Diese Headturns sind gerade bei einem Prescenting ein entscheidender Hinweis und können dem HF die Sicherheit für einen sicheren Start geben.

Hat der Hund den zu suchenden Geruch im Bereich des Startpunkts wahrgenommen, fühlt man die Körperspannung an den Beininnenseiten.

hundliche Verhaltensweisen erkennen