Alle Beiträge von ho61lmes

Schwarzwälder-Schweißhund-Bändiger

Differenzieren – Was ist anders!

In vielen Seminaren sind Differenzierungsübungen in unterschiedlichster Weise angesiedelt. Rückblickend haben wir in den meisten Fällen separierte Übungen ausgeführt, in denen der Hund seinen Fokus, ähnlich der Fährtenarbeit, nicht von dem präsentierten Scent lassen sollte.

Zum heutigen Tage sind die Übungen Erfahrungen gewichen die rechtzeitig und sehr früh ins Training einfliessen. Um die notwendigen Automatismen für den HF zu schaffen, wird nach einem Dogtraining auf großen freien Flächen, das Team trainingsbedingt in lösbare Situationen gebracht, ohne das der Verlauf der Spur dem HF bekannt ist. Je einfacher die Übungen gehalten werden, umso nachhaltiger ist das Verständnis des Hundes schnell an sein Ziel zu kommen. Ein wichtiger Punkt des gemeinsamen Spiels.

Motivationsübungen – wichtige Grundlagen

Es ist auch nicht notwendig separierte Spurlagen für die Konditionierung vorzubereiten, da der Hund aufgrund der gewählten Motiviationsarbeit schon frühzeitig mit dem Differenzieren von Spuren beginnen muss. Die Ablenkungen an den gewählten Trainingsorten, ob Wald, Wiesen, urbanes Gebiet sind mannigfaltig mit Fremdspuren belegt.

Kurzfristig um das Verhalten des Hundes dem HF verdeutlichen zu können, sind einfache Starts im Bereich einer Wand hilfreich. Dem HF selbst ist der Weg den der Runner genommen hat nicht bekannt. Er soll sich nach seinem Hund richten und die Erfahrung machen, wie sich das Starten in die richtige Richtung „anfühlt“. Es muss nur die Richtung abgeglichen werden und recht schnell erreicht das Team den in der Nähe sich versteckenden Runner.

Startsequenz Archi

Wichtigste Punkt in der Bewältigung solcher Aufgabe ist es die notwendigen Motivationsübungen auszuführen. An diesem Punkt unterscheiden sich die Charaktere der Hunde. Der ein oder andere benötigt einiges mehr an zielführender Motivationsarbeit und denen, wo man meint es sei ihnen in die Wiege gelegt, die benötigen sie ebenfalls. Sie dient dazu den Hund immer wieder zum Erfolg kommen zu lassen. Ihn in seinem Arbeitsverhalten zu stärken und gegenüber den auftretenden und nicht zu berechnenden Ablenkungen gleichgültig werden zu lassen. 

Für den HF sind es wichtige Übungen um das Arbeitsverhalten verstehen zu lernen. Lernen am Erfolg.

Hotch – Differenzieren

Das sichtbare und unsichtbare Band

Es ist der Stoff aus dem Diskussionen erwachsen. Die sichtbare Verbindung eines Teams bei der Ausarbeitung eines Spurverlaufs. Ob nun die Materialfrage, die Länge oder die Handhabung, die Meinungen sind da sehr verschieden.

Mit dem Grundgedanken, dass der Hund aufgrund seiner olfaktorischen Fähigkeiten eine Informationsquelle ist und durch seinen Verhaltensweisen uns am Ende der Leine den Spurverlauf verdeutlicht, ist die Nutzung einer Leine individuell zu sehen. Konkret kann man nur etwas von dem Arbeitsverhalten des Hundes verstehen und auch sehen, wenn dieser die Möglichkeit erhält, seine Fähigkeiten gleich seinem Verhalten nutzen zu können.

Rückblickend hat es die unterschiedlichsten Verfahrens- und Handlinghinweise für die Leine gegeben.Die Materialfrage aussen vorlassend, befassen wir uns mit der Handhabung und einer nutz- wie händelbaren Länge der Leine.

Der Hund mit seinen Fähigkeiten ist der Informationsgeber und das Ende der Leine muss ihm folgen, waren die ersten Einweisungen bei den unterschiedlichsten Grundlagentrainings. Erst zu einem späteren Zeitpunkt wird einem klar, dass Trainingsgrundlage und auch das Leinenhandling eng miteinander verbunden sind. Beide entscheiden über das Lesen von Verhaltensweisen, wenn sie genutzt werden und die Zusammenarbeit zwischen Hund und HF.

Die Teamarbeit kann nur funktionell umgesetzt werden, wenn der HF seinem Hund auch den Raum zur Informationsgewinnung gibt. In vorherigen Ausführungen wurde auf die Geländestrukturen, baulichen, wind- und witterungsbedingten Dispositionen bei der Ausarbeitung eines Spurverlaufs hingewiesen. Um nun die Informationen des Hundes auf dem Spurverlauf verstehen zu können, braucht es die nötige Länge der Leine um die hundlichen Verhaltensmuster nachvollziehen zu können.

Auch da kommt es zu Meinungsverschiedenheiten. Die einen benötigen mehr als 10m und die anderen nur 3m. Aus eigener Erfahrung haben sich Längen um gut 7m bewährt. In zweierlei Hinsicht: zum einen hat man in einem belebten städtischen Bereich nicht soviel Leinenrest in den Händen. Auf der anderen Seite gibt die Länge auch die nötige Distanz um bei sich öffnenden baulichen Begebenheiten Informationen bekommen zu können, wenn man den Hund dann auch auf Distanz lässt. Das Zusammenspiel zwischen Hund und HF wird auf dieser Leinenlänge harmonisch. Es gleicht einem Tanz ungleicher Partner. Für den HF selbst gibt es keinen Stillstand, solange der Hund arbeitet.

Leinenhandling – der sichtbare Part

Auf Basis einer motivationsfördernden Trainingsstruktur ergibt sich im Laufe der Zeit dann das unsichtbare Band zwischen den ungleichen Partnern. Das Zusammenspiel funktioniert, heißt, wenn sich etwas im Verlauf der Spurenlage verändert, etwa durch Geländeveränderungen sowie bauliche Strukturen, zeigt der Hund dies durch Verhaltensänderungen auf. Da seine olfaktorische Fähigkeiten das Kapital des Teams sind, kann nur er diese Veränderungen durch seine Körpersprache verdeutlichen.

Wir selbst haben diese Fähigkeiten nicht und können nur durch das Verhalten des Hundes die fortlaufende Spur erkennen. So werden Richtungswechsel aus den unterschiedlichsten Faktoren überlaufen und erst dann durch auffälliges Verhalten abgegrenzt.
Je mehr man sich auf den Hund einlässt, ohne ihn zu manipulieren, umso sicherer zeigen sich die Ansätze zu den zu Beginn des Blogs erklärten Verhaltensweisen und lassen sich durch geeignete Trainingstools verdeutlichen wie bestärken.

Den Hund bei seiner Ausarbeitung Sehen, Hören und Fühlen wird mit dem sichtbaren Band, der Leine bewerkstelligt. Durch geeignete Trainings, fachliche Ausbildungen sowie fortwährender Nutzung gleichbleibender Ausbildungsstrukturen wird das unsichtbare Band gestärkt. Das „Bauchgefühl“ wird trainiert und das Ende der Leine versteht seinen Partner, wenn er abgelenkt ist und etwas anders wird. Hier braucht es eine unbestimmte Zeit um auch die Details und Kleinigkeiten im Verhalten des Hundes erfassen zu können.

Auffälligkeiten – aufgrund der örtlichen Gegebenheiten

Der Bereich des Starts

Der wichtigste Part bei einem Trail liegt im Bereich des Starts. Die grundlegenden Regeln an einem Startpunkt sind wichtig. Doch wichtiger noch sind die gezeigten Verhaltensweisen des Hundes bei einer kontinuierlichen Trainingsstruktur. Schon in der Phase der Vorbereitungen zum Start

– taktische Überlegungen zur Vorgehensweise
– Geruchsartikel und Geschirr auslegen
– Begehen des PLS(Point last Seen)

Die Beurteilungen sind je nach Erfahrung des HF sehr unterschiedlich. Nicht immer ist es ideal im Bereich des PLS zu starten. Zur Informationsgewinnung und einem Ressourcen sparenden Lagebeurteilung ist ein abgesetzt gewählter Startpunkt zum Negativieren von Richtungen durchaus hilfreich.
Durch widrige Windverhältnisse kann es sein, dass der Start in eine gänzlich falsche Richtung geht und so das ganze Ergebnis der Ausarbeitung verfälscht. Es kostet auch Zeit, die in so manchem Szenario nicht vorhanden ist.
Durch das Ablegen des Geruchsartikels und dem Geschirr wird der Hund auf seine Arbeit vorbereitet. Die Einstimmung sollte immer in gleicher Reihenfolge ablaufen. Um schnell Informationen gewinnen zu können, ist es nicht sinnvoll den Hund in einen freien Raum zu starten. Raumgewinnend versucht er nach der Freigabe der Leine genau diesen Raum auszufüllen und für sich etwas Interessantes festzustellen. Durch natürliche Begrenzungen wird er in seinem Bewegungsdrang eingeschränkt. Trennt sich nicht raumgreifend. Vielmehr hat er die nötige Zeit sich im Bereich des gewählten Startpunkts auf seinen Job zu fokussieren.
Je nach örtlichen Gegebenheiten sind gerade die Belastungen zu Beginn recht hoch. In den seltensten Fällen schafft das Team einen „Quickstart“. Je nach Intensität der Ablenkungen wird das Zeitfenster für die Differenzierung ausgedehnter sein, um die Lage der Gerüche feststellen zu können. Das heißt, der Hund bricht seine intensive Ausarbeitung ab und orientiert sich neu.

Startgegebenheiten

Das heißt für die Trainingsstrukturen an diesen Punkten die kontinuierlichen Trainingsvorbereitung in ihrer Komplexibilität zu verstehen. In der Regel je älter der Trailverlauf umso mehr wird der Scent sich in der angrenzenden Örtlichkeit verteilen, lagert sich durch verschiedenste Einflüsse; Bebauung, Witterung, Windverhältnisse, Straßen- wie auch Personenverkehr; an gänzlich anderen Stellen ab sowie an und es kommt zu sogenannten „Trugspuren“.
Für das Training bedeutet es:

– dem Hund in einfacher Form seinen Job erklären
– schneller Erfolg, passende Belohnung
– kurze Übungen

Recht schnell sollte auch das Teamtraining forciert werden, da Handlungsweisen und Verständnis sich erst mit dem nicht beeinflussen des Hundes konkretisieren.
Handlungsweisen müssen dem HF vertraut sein. Die „mal“ in einem Seminar ausgeführte Technik festigt sich nicht und bringt auch kein Verständnis.

Das Ende der Leine

Im Rückblick auf unser traditionelles Osterseminar gibt es einige grundlegende Handlungen des Hundes, die dem Ende der Leine nicht unbedingt weiterhelfen. Gerade im städtischen Umfeld ist die Bebauung ein Faktor, die einen Trailverlauf zu einem Erlebnis werden lässt. So manch sicher geglaubte Handlung wird schnell zur Fehlentscheidung. Der Wind selbst kann durch die Bebauung stark verändert werden, dass sich einige Verhaltensweisen erst im zweiten Blick und einigem Nachdenken als schlüssig erweisen.

In der Regel nimmt der Hund die Verwirbelungen und Verwehungen wahr und zeigt sie nach seinen Erfahrungen sicher an. Das heißt nicht, dass er sicher auf dem Weg ist. Vielmehr muss an der Stelle die Entscheidung und Hilfe durch den HF erfolgen.

https://youtu.be/xByh6jkXz-M

In dem eingefügten Video haben wir im Februar ein kleines Training in einer kleinen Gemeinde des Kreises durchgeführt. Es haben sich viele Regeln aufgezeigt, die vom Gedanken der HF umsetzen muss.

– 90% Regel ( der Hund startet in den meisten Fällen richtig)

– die tiefe Nase zeigt eine Veränderung

– nicht jeder Start ist explosiv

Manchmal ist alles anders als es scheint. Die Kopfbewegungen ein Zeichen, dass etwas abgeglichen wird. Verbauungen stark einschränkend und die weitere Ausarbeitung ein Hindernis für die Sicherheit.

Wir betrachten alles aus dem Blickwinkel von uns. Logik und Der-Muss-das-Können bringen viele Unsicherheiten mit sich, die es gilt zu erkennen und mit Hilfe einer passenden Trainingsstruktur zu festigen.

 

Windbedingte Beeinflussungen

Das Einsatzgebiet eines Hundes ist weitläufig. Auf den weiten Flächen zeigt es sich, dass er durch seine Wendigkeit, Schnelligkeit und seinem Geruchssinn uns um einiges voraus ist. Doch ist es noch ein großer Unterschied die Fähigkeiten des Hundes im städtischen Bereich zu nutzen.

Was auf der freien Fläche schnell und gekonnt ausgearbeitet werden kann, dass ist in der engen Bebauung und den damit verbundenen Veränderungen der Geruchsverteilung sowie den alltäglich wechselnden Wind- wie auch Witterungsverhältnissen sehr schwierig. Da werden Entfernungen von nur wenigen 100m zu einer Aufgabe, die nicht immer erfolgversprechend ist.

Auf der unbebauten, weitläufigen Fläche ist die Luftbewegung in den meisten Fällen horizontal. Doch verändert sich die Richtung des Windes durch Beeinflussung anlässlich aufkommender, unterschiedlicher Bodenformen, -strukturen und auch thermischen Konvektionen.

Die starken Temperaturunterschiede zwischen Warm- und Kaltzonen verursachen Strömungen. Es kommt zu Turbulenzen, der Wind wird böig. Die Beschaffenheit des Stadtbereiches bündelt die auftretenden Strömungen. Eine Ausarbeitung einer Geruchsspur im städtischen Umfeld wird durch die „künstlich“ erzeugten Turbulenzen und Verwehungen im Anschluß einer Laufstrecke schwierig, da für uns nicht nachvollziehbar ist, wie sich der Geruch eines sich bewegenden Menschen in der Bebauung verteilt hat. Mit dem Wissen, dass der Hund aufgrund seiner Fähigkeiten eine Geruchsspur verfolgen kann, haben wir vor einigen Jahren dieses Phänomen gerade bei Ausarbeitungen in Stadtgebieten wahrgenommen. Es war nicht immer ersichtlich, warum gerade an stark verbauten Häuserformationen das zielgerichtete Ausarbeiten mit dem Hund nicht mehr funktionierte. Recht schnell es auch in völlig falsche Richtungen ging, in denen der zu Suchende nie gewesen ist. Der Hund selbst mit einer Überzeugung „arbeitete“.

Über die Jahre sind die Beeinflussungen deutlich geworden und es zeigt sich, dass die instinktgesteuerten Verhaltensweisen des Hundes eine wichtige Grundlage sind. Das Verständnis für den Partner Hund erlangt man nicht durch mannigfaltige Ausbildungsstrukturen, weniger noch unsere wissenden Manipulationen. Vielmehr haben gerade diese Manipulationen einen beschränkenden Charakter.

Kurze schnelle Sequenzen ermöglichen uns als Mensch die Fähigkeiten des Hundes zu erfassen. Das Training von Basics die wichtigste Voraussetzung in einem Miteinander, da nicht nur der Hund Wiederholungen braucht. Weitaus mehr braucht sie der am Ende der Leine.

Erfahrungen der letzten Jahre

Auch wenn es momentan etwas still geworden ist, geht unser Training insbesondere der Grundlagen weiter. Das Lesen des Hundes endet zu keinem Zeitpunkt. Es muss in den begrenzten Verhaltensweisen gefestigt werden und an den verschiedensten Orten bei einer Suche abrufbar sein.

Wichtig bei all den kursierenden Hintergründen und Mythen den Blick für das Wesentliche nicht zu verlieren. Dem Hund wird der Job anhand der Ausbildungstools erklärt. Das Spiel ist einfach, schnell und verfolgt nur das Ziel den Hund auf die menschliche Spur zu bringen. Recht schnell muss der HF mit kleinere Übungen ohne Wissen des Weges Erfahrungen machen. Die immer wieder kehrende „Gerade mit einem Richtungswechsel“ bringt die Aha-Erlebnisse für den Menschen am Ende der Leine. Fühlen, sehen und auch Hören des Hundes sind wichtige Punkte, die im Training bei uns einen wichtigen Platz eingenommen haben. Das Zusammenspiel mehrerer Teams ein Muss, alleine kann man einen kilometerlangen Trailverlauf durch eine städtische Bebauung nicht leisten.

Die Ablenkungen und auch die unterschiedlichen Windverhältnisse bereiten einem so manches „Kopf zerbrechen“ und nicht immer ist es so klar zu erkennen, insbesondere wenn man nichts weis, wie nun der Trailverlauf ist. Schnell landet man in einer Richtung und ist der vollen Überzeugung, der Hund ist auf der Spur.

Weit gefehlt, wenn man den Hund nicht versteht und seine immer wiederkehrenden Verhaltensweisen in Bezug auf eine menschliche Spur setzen kann. Windverwirbelungen, „Kamineffekte“, „Sparbriefe“, Alter der Spur, Bebauung im Wechsel mit offenen Plätzen, andere Passanten, Straßenverkehr, Ablenkungen durch andere Tiere, Hunde bereiten erhebliche Schwierigkeiten und kein Trail, auch im gleichen Gebiet gelegt, gleicht dem anderen.

Das diesjährige Osterevent hat deutlich gemacht, dass es mehr braucht um erfolgreich zu sein. Trotz vieler Trainingseinheiten stösst man an seine Grenzen und nur in Kombination mit mehreren lassen sich umfangreiche Spurverläufe durch Negativabgrenzungen eingrenzen. Die Negative sind wichtige Indikatoren, wenn man die Verhaltensweisen des Hundes versteht und sie mit einer Trainingsstruktur festigen und verstärken kann.

Verstehen des Hundes

In den vorherigen Beiträgen sind wir auf die verschiedenen Figuren des hundlichen Verhaltens bei der Ausarbeitung von Spuren eingegangen.

Diese Verhaltensweisen wie bei der Fährtenarbeit beeinflussen zu wollen, bedingt immer, dass sich Fehlerquellen einschleifen. Das Kreisen des Hundes bei Verlust, die gezeigten Flowing Negatives, der Negativ an sich wie auch das Kopf heben und die Headturns sind wichtige Indikatoren um einen Spurverlauf rekonstruieren zu können.

Gerade in stark bebauten städtischen Bereichen bekommt man schnell Hinweise, die Vermutungen nahe legen, dass der Hund auf dem Trail ist.  Weit gefehlt, da durch die veränderten Witterungs- und Windbedingungen einige Unterschiede zur Ausarbeitung auf der freien Fläche entstehen.

Rückblickend haben wir über viele Jahre einiges an Wissen erlangt, dass eine Ausarbeitung vereinfacht.

Vom Welpen zum erwachsenen Hund

Seit langer Zeit beobachten wir gerade das Training mit Welpen. Der Hund mit seinen Fähigkeiten in einem rohen Zustand.

Hotch, seine ersten Schritte

Aus dem Nachlaufen wird in recht kurzer Zeit schon ein kleine Suchlage, die der Hund mit sichtlichem Interesse verfolgt. Durch das Nutzen dieses Ausbildungstools werden die Ressourcen des Hundes einfach nur auf die Spurlage gebracht.

Gerade bei den Welpen fällt sehr schnell auf, dass sie ohne große Beeinflussung deutlich Verhaltensweisen aufzeigen, die zu einem späteren Zeitpunkt bei dem ein oder anderen Trainingsansatz gänzlich missachtet werden. Mit Vorsetzen des Tools werden die eigenen Interessen des Hundes beschränkt und er kann sich seinen Fähigkeiten zum Spuren verfolgen hingeben. Es ist nicht gewünscht, dass der Hund sich verselbstständig, vielmehr wird das hier im Video gezeigte Verhalten in jedem Training an den unterschiedlichsten Örtlichkeiten erneut abgerufen. Die Facetten dieser Ausbildung reichen von den angereizten Motivationsübungen hin zu den unmotivierten Übungen.

Etwas zum warm werden

Das „Zeitfenster“ für den Bereich der Konzentration ist begrenzt, doch erstaunt es immer wieder, wie die Hunde auf bestimmte vorgesetzte Reize reagieren und den Verlauf einer Geruchsspur verfolgen. Selbst das aus dem Scent laufen wird deutlich gezeigt, genauso wie eine auf dem Laufweg stehende Person ignoriert wird.

 

The flowing negative

Wie man die Bewegungen des Hundes beschreiben soll, ist recht schwierig. Doch beschreibt der Ausdruck „flowing negative indication“ das Verhalten des Hundes auf den Punkt.

Es wird in den unterschiedlichsten Situationen im Verlauf einer Spur durch den Hund aufgezeigt. Je schneller er auf dem Trail sich bewegt umso deutlicher werden die Abgrenzungen des Verlaufs.

Für den HF deutliches Zeichen, dass der Hund bei seiner Arbeit ist und die Spur verfolgt. Durch die leichten „Schlangenbewegungen“ entlang des Spurverlaufs werden Richtungen ausgeschlossen und selber kann man eine Aussage zu dem Verlauf treffen.

Im urbanen Bereich werden durch diese leicht fließenden Negative die Zuwegungen in Richtung der Bebauung abgegrenzt. Für die Mine-Map ein wichtiger Hinweis, dass der Hund auf der Spur ist.

Verändert sich das Verhalten hinsichtlich vermehrt aufgezeigter Headturns, kann man anhand der Abgrenzungen schnell Rückschlüsse zu den Veränderungen treffen und den Hund in scentrelevante Bereiche zurückführen. Die zuvor angesprochenen Cutbacks grenzen das weitere Umfeld ab.

Hinweise durch Headturns im Speziellen

Betrachtet man nun den Hundekopf und die von dem Hund gezeigten Körperbewegungen während des Arbeitens, bekommt man recht viele Informationen, zusätzlich zu den negativen Abgrenzungen der beschriebenen Cutbacks sowie Kreisfiguren.

Es ist der Schlüssel zum Erfolg, um Rückschlüsse auf die unterschiedlichsten Teilbereiche des Erkennen und Verstehens hundlichen Verhaltensweisen bei der Ausarbeitung eines Trailverlaufs zu erhalten.  Es funktioniert auch in jedem anderen Bereich der speziellen Hundeausbildung. Da wären zum Beispiel für den Bereich des Trailens zu nennen:

1) das Prescenting; der NSI im speziellen wird nicht durch ein antrainiertes Verhalten aufgezeigt, der Hund zeigt nach dem ersten Präsentieren des SA vermehrt Headturns und „entspannt“ sich gänzlich bei dem zweiten präsentieren, wenn der zu suchende Scent nicht im Startbereich wahr zunehmen ist, sodass er an lockerer Leine nach dem Startritual einen Anfangskreis dreht.

2) das Unterscheidung eines „guten“ oder „schlechten“ Scentartikels. Hier kommt es zum Ablaufen von Bereichen mit vielen Headturns und tiefer Kopfhaltung. Wird es weitläufiger, da der Hf die Situation nicht erkennt, geht der Hund mit hohem Kopf auf die Suche nach Scent. Es zeichnen sich Figuren ab, häufig erreicht man wieder den eigentlichen Startpunkt.

3) jedwede Veränderung der Fokussierung, durch Bebauung, durch Wetterbesonderheiten, durch Windverhältnisse, durch Thermik wird durch Headturns begleitet. Je nach Kopfhaltung wird es deutlich eingegrenzt. Das „Ausarbeiten“ wird schwierig, da der Hund im engeren Bereich kleben bleibt.

4) auch zeigt sich durch beginnende Headturns im Verlauf des Trail ein Zielgebiet.

5) kommt man ins Zielgebiet der zu suchenden Person, werden dort befindliche Personen durch Headturn gecheckt. Je nach Aufenthaltdauer ergeben sich dort auch keine zielgerichteten IDs, vielmehr werden durch die Headturns Bereiche aufgezeigt, die für den Hund interessant sind.

6) Scentpools sowie Anlagerungen von Scent an Bebauungen, Gebäuden, Heckenbereichen, Walddickungen zeigen sich durch die Kopfbewegungen gefolgt von Cutbacks

Beispiele wären noch viele zu nennen, doch ist die Umsetzung durch den Hf das größte Problem. Den Hund auf seinen Job zu bringen ist recht einfach, ihn auch dann zu verstehen, wenn man es nicht weis ein großer Schritt. Man kann für sich eine „Technik“ erlernen, auch kann diese „Technik“ nach geraumer Zeit des Trainings angewendet werden, doch reagiert jeder Hund darauf anders, da der Hf durch Interpretationen und seiner eigenen Körpersprache einen großen Einfluss auf das Arbeitsverhalten des Hundes nimmt. Etwas rekonstruieren zu können ist gerade im Bereich des Trailens ein entscheidender Grund ein wertvolles Ermittlerteam zu werden.

Den über Jahre gepflegten Kontrollzwang aufgeben und sich dem Hund angleichen, mit ihm arbeiten und intuitiv mit dem entsprechenden Bauchgefühl besonders bei unbekannten Trainingseinheiten auf sein Verhalten handeln zu können und ihn nicht zu behindern, erfordert ein hohes Maß an Verständnis und ein gut durchdachtes Trainingssystem.