Bewegungsmuster – Differenzieren alter Spurlagen

Wer den Hund anhand negativer Bewegungsmuster und -formen lesen kann, der kommt auf unbekannten Spurverläufen schnell vorwärts. In dem kleinen Clip wird der Blood von meiner Frau geführt. Er lässt sich auch von seinem Job nicht abbringen, wenn die Leine vertüttelt ist und das Leinenhandling hakt. Über den Verlauf der Spur muss der HF keine Kenntnis haben, wenn er die Bewegungsmuster sowie Formen natürlicher Verhaltensweisen erkennt und mit dem Hund arbeitet.

Vielmehr sind die natürlichen Bewegungsmuster ein Indikator für die Ausarbeitung und Rekonstruktion von unbekannten Spurverläufen. Je mehr der HF sich auf das Spiel einlässt umso einfacher wird es ihm die Verhaltensweisen zu erkennen.

Als besonderen Part haben wir in dem vorliegenden Clip eine Vielzahl an Spurlagen aus denen der Hund sich den frischesten Scent heraussuchen muß. Manipulationen durch unpassendes Leinenhandling würden den Hund in seinem Spiel nur begrenzen.

Video Bewegungsmuster – Differenzieren alter Spurlagen

Der Trailkreis – Bedeutung

Das Lesen des Hundes ergibt sich aus dem Verstehen der Negativhinweise. Hunde zeigen bei der Sucharbeit Verhaltensmuster auf, die es uns ermöglichen den Spurverlauf zu rekonstruieren. Da wir nicht wissen, wie sich der Scent unter alltäglichen Gegebenheiten und auch den unterschiedlichsten Örtlichkeiten verteilt, sind diese Ausarbeitungen in der Regel mehr oder weniger gradlinig. Insbesondere bei dem Trailkreis zeigt sich durch Einwirkung der Witterungsgegebenheiten ein mehr oder weniger weites Überlaufen des eigentlichen Trails.

Beim Handling ist darauf zu achten, dass der Hund bei seiner Arbeit nicht gestört wird. Ein Kontrollzwang ist fehl am Platz, da der Hund deutlich zeigt, dass er dem Trail nach geht.

Video Der Trailkreis – Bedeutung

Wie Hunde Spuren ausarbeiten

In den verschiedensten Diskussionen wird das Lesen des Hundes in den Vordergrund gestellt. Doch sind die Meinungen recht vielfältig und nicht deckungsgleich. Für die Bewegungen des Hundes bei der Ausarbeitung von Spuren haben wir in dem angefügten Video einige herausragende Figuren von unterschiedlichen Hunderassen zusammengestellt.

Über diese Bewegungen hat der HF die Möglichkeit den Verlauf einer Spur nachvollziehen zu können. Die Hunde folgen der Spur je nach Witterungseinflüssen und örtlichen Gegebenheiten Spurtreue. Da die Scentverteilung bei einem Verlauf nicht nachvollzogen werden kann, gibt es je nach Wahrnehmung durch den Hund Abweichungen, die durch das gezeigte Verhalten deutlich gemacht werden.

Recht häufig wird in einem gemässigtem Tempo vorgegeben durch den HF das Verhalten sehr mäßig gezeigt. Durch Schnelligkeit verdeutlichen sich die Anzeichen für den Spurverlauf und werden durch den Hund deutlicher verfolgt.

Video Wie Hunde Spuren ausarbeiten 

Motivation gibt uns Kontrolle über hundliches Verhalten

Für uns ist der Schwerpunkt im Zuge der Suche nach Personen das „Lesen des Hundes“. Der Hund bringt seine Körpersprache recht deutlich in die Ausarbeitung ein, obwohl uns als Mensch nicht bewusst ist, wie sich der Scent auf der Spur verteilt. Durch die unterschiedlichsten Körperbewegungen und gezeigten Figuren macht der Hund einen solchen Verlauf anschaulich.

Die Diskussionen um diesen Bereich sind sehr vielfältig, doch hat es sich über die Jahre gezeigt, dass die Teamarbeit zwischen HF und Hund über diese eher nonverbale Kommunikation funktioniert. Nicht jedem HF ist es gegeben den Hund in seinem körpersprachlichen Ausdrucksverhalten klar zu deuten und auch seine Handlungen sowie weitere Vorgehensweise daraus zu ziehen. Aus diesem Grund gibt es die verschiedensten Gedankenansätze um sich die Fähigkeiten des Hundes zu nutze zu machen.

Wir nutzen aus dem Grund gezielte Motivationsübungen um uns gerade die kleinen Details in der Körpersprache des Hundes aufzeigen zu lassen. Je gezielter und dem Hundeverhalten angepasster die Übungen genutzt werden umso deutlicher wird das Verhalten des Hundes. Die Verhaltensweise zeigt jede Hunderasse, unabhängig von Charakter und Typ, wenn man das einzelne Individuum in seinen Fähigkeiten hundegerecht anspricht. Die motorischen Grundeigenschaften des Hundes sind anders gelagert wie die des Menschen. Doch hilft schnelles Arbeiten um Aktionen des Hundes wie auch Reaktionen sichtbar zu machen. Schnelligkeit ist ein wichtiger Punkt um auch gerade zu Beginn einer Ausbildung den Hund auf seinen Job zu fokussieren.

Je mehr man den Hund in seinem Komfortbereich trainiert desto deutlicher wird er in seinen Verhaltensweisen. Das Bild für den HF am Ende der Leine wird klarer und er kann selbstständig wie auch schneller seine Entscheidungen finden.

Das angefügte Video über viel überlagernde Spurlagen verdeutlicht die Verhaltensweisen des Hundes anschaulich.

Video: Lesen des Hundes

Das Thema Scentverteilung

Im letzten Training haben wir mittels Seifenblasen die Windverhältnisse im städtischen Bereich sichtbar gemacht. Es fällt dem menschlichen Betrachter recht schwer das gezeigte Verhalten des Hundes mit einem zurückgelegten Laufweg einer zu suchenden Person gleich zu setzen. An neuralgischen Punkten haben wir mit den Seifenblasen die durch die Bebauung herbeigeführte Windverwirbelungen verdeutlicht.
Zum Zeitpunkt des Trainings war es bewölkt und ein böiger Wind fegte durch die Häuserzeilen. Veränderungen ergeben sich innerhalb von kurzen Zeiträumen. Sonneneinstrahlung und die damit verbundene Erwärmung geben der Thermik die nötige Nahrung und verändern auch so die Verteilung des Geruchs einer sich bewegenden Person.

Die Ausarbeitung des Hundes ist geprägt durch unterschiedliche Kopfbewegung. Die im Film gezeigte Ausarbeitung macht diese Bewegungen deutlich. Durch die eingepflegten Videos mit den verwehenden Seifenblasen zeigen sich sehr schön die Windverhältnisse sowie Turbulenzen, die Auswirkungen auf den Verlauf einer Spur haben. Das immer ins Gespräch kommende Überlaufen eines Spurverlaufs macht das Lesen des Hundes sehr deutlich. Da wir selber nicht wissen, wie der Scent auf einer Trail vertragen wird, ist eine Ausarbeitung in Verbindung mit dem gezeigten Verhaltens des Hundes ein wichtiges Hilfsmittel.

Das Thema Scentverteilung

Unberechenbares Wetter

Bei jedem Training stellt man schnell fest, dass es Faktoren gibt, die sicher geglaubte Verhaltensweisen beeinflussen. An erster Stelle ist da die Unberechenbarkeit des Wetters zu nennen.

Ein einschneidender Faktor, der einen gradlinig und spurtreu geglaubten Trailverlauf schnell mit vielen Abweichungen unendlich werden lässt.

Ob nun auf weiten Wald- und Wiesenflächen es treten immer durch laminare Strömungen Veränderungen ein, die man durch das Legen eines Trailverlaufs nicht beeinflussen kann.

Die ineinandergreifenden Wettergeschehen sind Folge der Sonneneinstrahlung auf der Erde. Diese erwärmt Land, Luft und Meer und setzt in der Atmosphäre Kreisläufe in Bewegung. Durch die unterschiedlichsten Luftschichten und der treibenden Kraft der Sonneneinstrahlung kommt in die die Erde umgebende Gashülle, ohne die es kein Leben geben würde, Bewegung. egal zu welchem Zeitpunkt am Tage Trainingssituationen geübt werden, wird es selbst an mehrfach ungenutzten Örtlichkeiten, keine Übereinstimmungen bezüglich der Wetterbedingungen geben.

Aufgrund der unterschiedlich temperierten Luftschichten, hier kalt und warm, kommt es zu den unberechenbaren laminaren Strömungen. Die Sonneneinstrahlung bringt den nötigen und wenig nachvollziehbaren Schwung in die unterschiedlichsten Luftschichten. Aufsteigende Warmluft im Austausch mit herabfallender Kaltluft nimmt Einfluss auf die Verteilung der Geruchsmoleküle. Die Örtlichkeit selbst zeichnet sich durch Bewuchs, Bebauung, gewachsene wie unnatürliche Bodenstrukturen, Architektur, Straßenverlauf im Kontext zu offenen Bereichen, hier Parkplätzen und Parkareale, aus.

Auf großen freien Flächen beeinflussen diese Winde den Trailverlauf nicht in dem Maße, wie es im urbanen Bereich vorkommt. Doch macht es dem Hund gerade zu Beginn der Ausbildung einfacher, sich auf den zu verfolgenden menschlichen Individualgeruch einzustellen.

Häusliches Umfeld

Haupteinsatzschwerpunkt liegt in der Regel der Fälle im häuslichen Umfeld der zu suchenden Personen. Das heißt, dass mit vielen unterschiedlich alten Spurlagen der Hund konfrontiert wird.

Trainingshintergrund ist zu jedem Zeitpunkt die Ausarbeitung frischer Spurlagen. Eine Veralterung macht nur Sinn, wenn der Trainingsörtlichkeit keine weiteren Spurlagen der zu suchenden Person aufweist.

Von Welpenbeinen an lassen wir die Hunde überlagernde Spurlagen ausarbeiten. Das Wissen um deren Verlauf ist nicht von Bedeutung, da es vielmehr auf die gezeigten Verhaltensweisen ankommt. Zeitlich eng zusammenliegende Spurverläufe kann der Hund recht gut differenzieren.

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So gestalten sich seit vielen Jahren unsere Trainings. In dem Hauptbewegungsfeld werden die stark frequentierten Bereiche für die wichtigen und notwendigen Startsequenzen genutzt. Das Ausarbeiten dann in weniger frequentierte Bereiche obliegt den über Jahre erlangten Erfahrungen aus Einsätzen.

hundliche Verhaltensweisen erkennen